Die beste Erfindung aller Zeiten – Tag 19821

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Alles wurde besser als Apple neulich die Mausfunktion beim iPad zugelassen hat. Ich meine wirklich alles. Diese Veränderung spüren die Menschen bis in den letzten Winkel der Welt.

Nun. Also. Auch wieder neulich hatte ich den Impuls, was zu schreiben als diese 53 hirn- und geistlosen Schauspieler ihre sogenannten, in Anführungzeichen „ironischen“ Videos ins Internet stellten. Als ich das gesehen habe, ist mir fast die Hutschnur geplatzt. Ich dachte quasi, dass mich der Affe lausen täte. Aber dann dachte ich mir, ja, brat mir doch einer einen Storch, das ist wahrlich nicht ratsam, seinen ganzen Hass immer gleich ins Internet zu kübeln. Ich bin ja nicht auf Twitter.

Die Namen der 53 Schauspieler habe ich mir aber notiert. Ich bin sauer. Was mich auch schon wieder an dieser Sache nervt, ist, dass ich jetzt ja eigentlich einleitend schreiben müsste, was es mit „der Sache der 53 Schauspieler“ auf sich hat. Da weiß ja in 27 Jahren, wenn das hier jemand liest, keiner mehr, wer Jan-Josef Liefers und (hihihihi) Volker Bruch (lol) waren. Und angesichts des Aufwands, den diese Beschreibung des Sachtatbestandes mit sich brächte, habe ich schon wieder überhaupt keine Lust mehr, überhaupt was zu schreiben. Dieses ganze Schreiben, was soll es denn auch noch? Wenn ich nicht so fürchterlich unbegabt wäre, einen Eimer Farbe auf eine Leinwand zu schmeißen, würde ich so was machen. Aber dann hat man das ja auch schon 1000x gemacht und da sind dann ja schon wieder so viele Barrieren in und an dem Gedankenkonstrukt, dass mich die Lust daran verlassen hat.

Einen Podcast habe ich versucht. Wo doch jeder einen Podcast macht, da muss ausgerechnet ich auch einen machen. Beim Machen des Podcastes habe ich allerdings festgestellt, dass mich Unterhaltungen mit anderen so müde machen. Also nicht dieses Müde, das die Zenturione bei Asterix und Obelix immer verspürt haben, es war eher so eine brennenende Ungeduld, die in mir loderte, und so eine Frustration, dass niemand, niemand, niemand da hin denkt, wo ich glaube, wo man hindenken müsste. Es war alles schon mal da gewesen, und Menschen klammern sich ja auch immer an bekannte Verhaltens- und Denkmuster und haben dann auch immer diese Angst, sich zu blamieren oder irgendwelchen Peergroups nicht zu entsprechen. Also so was und ich kann das doch so schwer ertragen und vor lauter Ungeduld bin ich dann eingeschlafen. Wie, als würde man während eines Cola-Rausches einschlafen oder während des freien Falles. Das Gespräch als Kunstform funktioniert vielleicht nur als Selbstgespräch. Schade eigentlich.

Es bleibt also nur das Dösen als Kunstform.

Und Selbstgespräche.

Oder an herbstlichem Laub riechen.

Und an Moos und das dann denken, wie das dann ist.

Das einfach nur denken, wie ich es denken würde. Gar nicht aufschreiben und schon gar nicht fotografieren. Und schon gar nicht jemandem erzählen, denn dann ist es tot. So nicht. Und dann dachte ich, wenn ich weiterhin so denke, werde ich sozial immer verschrobener und eines Tages werde ich verrückt. Also, dieses für alle sichtbare verrückt. Wenn ich aktuell nicht 5 Tage die Woche jeden Tag mehrere Zoom-Konferenzen führen und auch nicht so irgendwie einen Restimpuls an Gegenwärtigkeit verspüren täte, ich hätte längst einen langen Bart und Dreadlocks und würde nur noch grunzen und Hühnerherzen und Blutwurst fressen. Und Bärlauch. Und Kellogg’s Corn Pops. Und diese Hanuta-Riegel, die neulich die Knoppers-Riegel in die ihrer Maximalgeilheit abgelöst haben. Und ich säße in einer Hütte im Wald und das Moos würde sich schon den Weg ins Hausinnere bahnen. Ich würde mich mit einem Plüschhund unterhalten und das wäre auch schon alles. Mehr gäbe es nicht.

Irgendwie müsste noch die Frau (die ja so ähnlich drauf ist) in dieses Lebenskonzept intergriert werden und basta. Aber die Zeit dafür ist noch nicht reif. Ich spüre es noch nicht. Ich bin noch nicht so weit. Ich sehe es vor mir, aber es ist noch nicht in mir. Und da habe ich mir überlegt, naja, was heißt überlegt, ich bin dazu übergegangen alte Bekanntschaften wieder aus den Tiefen meiner abgelegten Telefonbücher hervorzukramen und zu kontaktieren. Also bisher waren es 1 Mensch aus dem sogenannten richtigen Leben und eben schrieb ich eine Mail an eine Twitter-Legende. Beim Mensch aus dem richtigen Leben dachte ich mir dann, vielleicht suchst du dir lieber ein anderes Hobby, als Menschen zu kontaktieren. Und die Twitterlegende sitzt sicher gerade daran, eine maximal unangenehme Antwort zu verfassen, so dass ich auch diesen Schritt jetzt schon wieder bereue. Wahrscheinlich landet meine Mail im Spamordner und/oder ich bekomme überhaupt keine Antwort. Worüber man sich dann wieder ärgert oder lauter Gedanken macht und die Frau sagt, hättste das ja auch nicht gemacht. Geht doch immer aus wies Hornberger Scheißen. Jetzt habe ich doch tatsächlich „Hornberger Scheißen“ geschrieben.

Man muss wissen, dass ich mich vor Jahr & Tag mit dieser Twitter-Legende überworfen habe und irgendwann so stark an der Richtigkeit meiner geistigen Existenz auf Twitter gezweifelt habe, dass ich auch alle anderen Twitter-Bekanntschaften im Nichts verlaufen lassen habe.

Oder umgekehrt.

So genau kann man das nicht sagen.

Und also bleibt nur noch die Sache mit dem Moos. Vielleicht müsste ich dazu exzentrischer Millionär sein. Ich stelle mir das folgendermaßen vor: Irgendwo auf der Welt läuft ein Mann mit einem Koffer mit 20 Millionen Euro herum. Da dachte ich vor 40 Jahren mal an einen Koffer mit 1 Millionen DM, dann waren es lange Jahre 2 Millionen DM. Später dann 2 Millionen Euro. Bis ich dann dachte, ach was soll‘s, 20 Millionen, damit wäre man fein raus. Das Geld würde ich u.a. in 2 Wohnsitze investieren. Einer wäre in der Provence und einer in Norwegen, vielleicht auf den Lofoten. Dann würde ich eine älteres koreanisches Paar einstellen, welches mit mir koreanische Übungen machen täte. Außerden würde das koreanische Paar mir und der Frau (oder der Frau und mir) Speisen zuzubereiten. 3x am Tag. Diese Speisen wären gesund und trotzdem sehr, sehr gut. Das koreanische Paar würde zudem meinen Garten pflegen und „Erledigungen“ für mich machen. Für meine Frau aber auch. Also die Frau, die aktuelle, von mir sehr geschätzte, ja geliebte Frau, ist natürlich Teil dieses Planes. Und so würden wir zwischen Norwegen und der Provence hin und her pendeln und zwischendurch würden wir mit dem Expeditionswohnmobil, welches wir dann hätten, in stark bemooste Wälder fahren und ich würde mich dort in eine Hängematte legen und das Moos einatmen. Ab und zu würden Zweige auf mich herabfallen und Bucheckern. Eventuell würde ich Pilze pflücken und braten. Und wildes Obst täte ich einsammlen. Und Kräuter. Und ich würde ab und zu Gras rauchen. Aber nur sehr ab und zu. Aber als Option fände ich das sehr schmuck. Jetzt, wo mir ja sämtlicher Sinn nach Alkoholkonsum abhanden gekommen ist. Also in echt und auch in der „Mann-mit-dem-Koffer-mit-den-20-Millionen-Phantasie“.

Also naja, sowas. Im Prinzip bin ich ja aber auch jetzt schon verwaldschradet genug. Ich wohne die Hälfte der Zeit quasi in einer 4 Quadratmeter großen Hütte auf einem ca. 4 Quadratmeter großem Bett, bewege mich mittels eines Elektrodinges (da habe ich mir kürzlich überlegt, dass ich das Elektrodings Samweis oder Peregrin Tuk nenne könnte. Gefährt – Gefährten … verstehste) und fahre manchmal mit meine komplett unexpeditionesken Wohnmobil irgendwohin, lasse mich vollregnen und fahre wieder heim, wo ich dann wieder in dieser Hütte sitze und rausschaue und mir denke, die Vögel, die sagen wirklich sehr interessante Dinge. Also die Vögel, da muss man wirklich sagen … toll.

Also nun. Es ist ja nun 425 Tage her, dass wir coronabedingt ins Home-Office gezogen sind und, dass sich so einiges geändert hat im Denken und in meiner Lebensstruktur. Vieles ist denkbarer als je zuvor und mir ist die Pandemie in ihrer Urgewalt und was sie mit den Menschen macht und machen wird, nur sehr abstrakt deutlich. Ich höre in den letzten Wochen immer wieder, dass die Menschen glauben, die Pandemie sei in ein paar Wochen vorbei. Das macht mir Angst. Ich kann mir das beim besten Willen nicht vorstellen. Obwohl ich gestern meine zweite Impfung mit AstraZeneca, dem Leprakranken unter den Coronaimpfstoffen, erhalten habe, kann ich mir nicht vorstellen, dass jetzt alles wieder funny valentine ist. Das übersteigt meine Vorstellungskraft. Wie kann man denn so naiv sein, denke ich und dann denke ich, dass es vielleicht nicht geht, wenn alle alles wissen täten. Weil das so gewaltig wäre, dass die Menschen den Verstand verlören, wenn sie alles wüssten. Jenen Verstand, den ich schon längst verloren habe.

HAHAAHAHAAAHAHAH!

Als ob die Regierung zuläße, dass dieser Text hier ans Lichte der Öffentlichkeit gelänge oder gelange oder gelangt. Was weiß denn ich. Jedenfalls wird es so sein, dass ich hier mit meinem eigenes für mich konzeptierten Internet sitze und da hineinschreibe, aber es liest keine Sau, denn es ist ja nur für mich gemacht, dieses Internet. Wie bei der Truman-Show. . Damit ich denke, ich könnte meine sogenannte Meinung … äh …

Instant Hope – 19782

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Meine (alte) (wenn nicht so gar uralte) Freundin Christina schrub mir unlängst auf WhatApp, dass sie meinen letzten Post hier gelesen habe und mir wurde erst dadurch deutlich, nachdem ich mir das mal durchgelesen habe, dass das ja krass negativ und hoffnungslos erschien, was ich da schrieb. Ich lese mir das ja nie nochmal durch, bevor ich es poste.

NAJA

Und nun bin ich ja mit der lieben Frau eben durch das verregnete Wispertal gefahren. Ich und der Himmel waren furchtbar grau und die Stimmung war irgendwann auch eher so „Losse mo“-mäßig. Wir sind dann wieder heimgefahren und haben uns überlegt, dass wir es doch ganz gut haben, trotz diverser Umstände, die in unserem Köpfen umherschwirren und das Leben oft dööfer erscheinen lassen, als es ist. Man findet natürlich immer was, was blöd ist, es kommt nur drauf an, wie hoch man das dann hängt und wie wichtig man es macht. Das passiert ja oft unbewusst, aber dann hat man den Salat.

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Junk3rJørg3000_$$$ – Tag 19780

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Das ist der 383. Tag im Home Office (forever). Ich (denke, ich) werde nie wieder in einem normalen Büro arbeiten (wollen). Zwischendurch werde ich gewiss ein wenig rammdösig, aber eigentlich geht’s gut. Wenn mir der Winter zu sehr auf die Nerven geht, nehme ich die Oculus und laufe zum Beispiel durch irische Dörfer oder über die Hardangervidda. Oder ich versuche mir ein Brillengestell auf dem 3D-Drucker auszudrucken („Haas, du musst noch viel lerne‘!“). Ich kann aber nicht richtig klagen. Und dann frage ich mich, warum eigentlich nicht? Warum klage ich eigentlich nicht? Weil ich hier am Rande des Waldes lebe und die Menschheit irgendwo da unten im Dorf? Weil ich so ein vergesslicher Hund bin, so dass ich jeden Morgen aufstehe und denke, ach, wird schon gehen, bis mir beim allmorgendlichen Gang ins Bad wieder auf- oder einfällt, dass ich ja gar nicht gehen kann und jeder Schritt weh tut? Vergesse ich einfach, zu klagen? Und wenn ich morgens ein wenig zaudere mit den Umständen, ja, dann trinke ich vier Expressos und dann fange ich einfach an. Ich fange jeden Morgen wieder an. Da habe ich auch in den schlimmsten Depressionsphasen gemacht. Einfach angefangen. Mit dem, was ich kann und mit dem, von dem ich weiß, was als nächstes zu tun ist. So kann ich auch die Pandemie bewältigen. Denke ich oft. Nicht immer. Aber immer noch. Ich höre mir an, was die Virologen und Karl Lauterbach sagen und dann mache ich das so. Es gibt da nichts zu diskutieren. Mit wem auch?! Aktuell warten wir auf die 3. Welle. Die liebe, liebe Frau sagte heute, „Weißt Du noch, Bergamo, vor einem Jahr. Wie das Militär da die Leichen aus der Stadt gefahren hat?“, „Ja!“, sage ich. Und dann machen wir das so, wie Drosten und Lauterbach das sagen. Jeden Tag. Seit einem Jahr. Und jetzt? Wem soll man das noch erzählen? Wer hört noch zu? Wer hat noch die Kraft dazu? Es ist nicht mehr vermittelbar. Vor einem Jahr, da sind wir einmal in der Woche zum Rewe nach Oestrich-Winkel gefahren und der Himmel war blau und rein und frei von Kondensstreifen und die Straßen waren leer und man dachte, das ist ja fast wunderbar, wenn nur das Virus nicht wäre. Wir machten das ganz gut. Die paar Idioten steckten wir weg. Die stecken wir weg.

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Der Herr der Zukunft – Tag 19693

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Status: COVID-19-Pandemie1

Also, es ist so: Wir wohnen hier in einer Art skurrilem Paradies. Das Häuschen, das wir bewohnen, ist nicht direkt eine Luxusbude, aber es reicht uns und es ist gemütlich. Gemütlichkeit ist richtig und wichtig. Das Häuschen steht jedoch auf einem Gelände, man kann es auch Anwesen nennen, und darauf wohnen diverse Menschen, die sich um das Anwesen kümmern sowie 1 Gräfin, 2 Katzen, 1 Hund, ein paar Ziegen, diverse Rehe, 1 Wildschweinfamilie und ein oder mehrere Füchse, die ich nicht auseinanderhalten kann. Füchse sehen alle gleich aus. Einer der Menschen, die hier rumhängen, ist Konrad, der Gärtner. Er erklärt mir 1 Mal im Monat, wieviel geiler es in Kasachstan sei. Zum einen wüchsen dort Orangen und Zitronen und zum anderen wären die Menschen dort tip top und obendrein scheint jeden Tag die Sonne. Im Gegensatz zu hier. Corona gäbe es dort nicht. Und hier übrigens … HAHAHAHAHA … eigentlich auch nicht.

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Der goldene Scheißhaufen – Tag 16.692

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Status: COVID-19-Pandemie1

Da wollte ich gerade auf zeit.de mal nachschauen, was so Positives in der Welt passiert ist, weil ich was in die Notizen zur Podcast-Episode E037 schreiben wollte. Aber dann habe ich etwas über Corona-Leugner gelesen, die vor dem Geburtshaus von Hitler in Braunau (Austria) voll inbrünstiger Dummheit gegen die Maßnahmen demonstriert haben. Da war die Laune wieder so im Naja-Modus. Und jetzt kann ich mich, während ich hier schreibe, nicht auf „Heute hat die Welt Geburtstag“ von Flake, dem Rammstein-Pianisten, konzentrieren und ich merke, wie ich längst nicht mehr diese Multitaskingfähigkeit besitze. Ich bin dumm geworden. Einfacher, weniger spritzig, mehr so dösig, langweilig. Und da frage ich mich ja immer, was soll ich denn da Leute treffen, wenn ich so langweilig bin. Gestern zum Beispiel: Da habe ich den 3D-Drucker extrem ignoriert. Ich dachte, du wolltest doch den Urlaub nutzen und dir 3D-Programme anschauen und mal wenigstens so ein selbst erwirktes Objekt ausdrucken. Doch mein Gehirn droht zu ex- oder implodieren ob der Milliarden Dinge, die man da vorher lesen oder betrachten müsste. Alleine das Wort „Videotutorial“ macht mich fertig. Und wenn ich dann daran denke, was ich alles machen und denken müsste und wie das dann wäre, wenn das wieder nicht klappt mit dem Ausdruck, weil das Filament nicht am (zuvor korrekt beheizten) Boden haftet. Liegt das am Firmament … äh … Filament? Jemand hat gesagt, lang gelagertes Filament könnte der Grund dafür sein. Allein diese Aussage eröffnet in meinem Gehirn ein weitverzweigtes Gedankenkonstrukt. Da weiß man zum Beispiel doch auch schon mal gar nicht, wie lange schon alleine der Filament-Händler das Filament gelagert hat. Oder der Filament-Hersteller und was heißt überhaupt „lange Lagern“? Tage, Wochen, Monate, Jahre? Und das Beispiel mit der zu langen Filament-Lagerei ist ja nur eine Annahme oder doch eine Feststellung? Kann ich also das pinke und das goldene Filament gar nicht benutzen oder muss ich nur im Rahmen unendlicher Versuche herausfinden, ob ich den Boden des 3D-Druckers statt mit 60°C mit 65° C oder 70° C oder noch wärmer beheizen muss. Oder die Düse, da wo das Filament rauskommt, soll die 200° C heiß sein oder heißer oder weniger heiß oder soll man den Boden des Druckers mit Waschbenzin abwischen oder auf gar keinen Fall mit Waschbenzin? Die Menschen, die dazu was ins Internet schreiben, sind sich dazu uneinig. Und allein der Gedanke daran, das alles herauszufinden, macht mich irre. Also schaue ich an dem ungetümlichen 3D-Drucker vorbei. Es fragt mich ja zum Glück niemand, ob und was ich mit dem Ding denn bisher ausgedruckt habe. Die Menschen interessieren sich ja nicht so füreinander, glaube ich. Jedenfalls in meiner Blase ist das so. Da fällt mir der goldene Scheißhaufen auf, der neben dem iMac auf dem Arbeitsblock steht. Man könnte doch Scheißhaufen ausdrucken. Und die könnte ich verleihen. Einmal im Monat verleihe ich den goldenen Scheißhaufen. Sogar mit Namen drauf. Und wenn das goldene Filament nicht funktioniert, dann könnte ich das Weiße nehmen und den Scheißhaufen golden ansprühen. Goldene Farbe hätte ich im Haus. Das wäre dann ein Projekt. Ich weiß nur noch nicht, wie ich so einen Scheißhaufen in 3D bauen könnte, so dass ich ihn dann ausdrucken kann. Das ist ja auch schon wieder kompliziert. Und dann müsste ich darüber nachdenken, wem ich den verleihe. Und warum überhaupt. Und wäre das dann eher despektierlich und die Leute, denen ich einen goldenen Scheißhaufen verleihe, wären dann beleidigt oder wie wäre da die Sachlage. Also, mir wäre es schon lieber, wenn die Leute stolz darauf wären, einen goldenen Scheißhaufen von mir zu bekommen. Wäre ich denn stolz darauf? Kommt ja drauf an von wem. Von zum Beispiel Arnd Zeigler würde ich auch mit einigem Stolz eine Klobrille verliehen bekommen … werden … naja, Sie wissen schon. Das ist ja so was Ähnliches. Nun hat Arnd Zeigler ja mehr Reputation als ich. Ich gelte ja gemeinhin als ironischer Drecksack und man bekommt da gerne mal was in den falschen Hals. Also im Grunde bekommen ALLE IMMER ALLES in den falschen Hals. Vielleicht sollte ich den goldenen falschen Hals verleihen. Doch wie druckt man einen falschen Hals aus? Und außerdem wären da die Leute doch auf jeden Fall beleidigt und bekämen das in den falschen Hals. Einen goldenen Scheißhaufen will man jedoch weder in den falschen, noch in den richtigen Hals bekommen. Man kann ihn sich aber in eine Vitrine stellen. Ich suche mir jetzt erstmal einen Scheißhaufen und drucke den aus. Am besten ich versehe ihn mit dem Namen der lieben Frau (die auch mal was in den falschen Hals bekommen kann… Oh Gott, wie hört sich das denn jetzt an! Mmmmmh…). Also gut. Folgendes. 

Ich verleihe den goldenen Scheißhaufen der- oder demjenigen, welche(r) sich um also folgendes verdient gemacht hat. Und zwar … warte, gleich hab‘ ich’s … ich hab’s. Ich lasse es im Dunkeln, warum ich den goldenen Scheißhaufen verleihe. So wie die das beim Literaturnobelpreis immer machen. Auf jeden Fall muss in der Laudatio rauskommen, dass der- oder diejenige von mir als toll empfunden wird. Vielleicht müssten die Leute total überrascht sein, dass sie einen goldenen Scheißhaufen bekommen. Da fällt mir auf, dass ich ja Benjamin von Stuckrad-Barre prima einen der ersten goldenen Scheißhaufen verleihen könnte. Und zwar für seinen Instagram-Account. Ich könnte im Unklaren lassen, ob der den dafür bekommt, dass er daraus eine Art Kunstprojekt macht oder weil er einfach nur mit unzähligen Promis dort herumlümmelt, sich dabei von jemandem fotografieren lässt und dabei immer möglichst literatenmäßig grübelnd, betont hohlwangig, mit Habsburger Unterlippe versehen, dreinschaut. Aber Hauptsache Promi. Das scheint das zentrale USP zu sein. Und was sind überhaupt Promis für Menschen? Ist Promi-Rumhängen ein Beruf? Bringt das was ein? Ruhm, Geld, Frauen, Männer, Diverse, ewiges Leben? Das Promi-Rumhängen habe ich ja verpasst im Leben. Und jetzt ist es zu spät. Vielleicht ist der goldene Scheißhaufen eine Reminiszenz an mein verpasstes Leben. Aber ich habe ja (leider) kein verpasstes Leben. Das bringt ja dann nichts. Also dann wäre der goldene Scheißhaufen ja auch wieder was Ironisches. Weil ich Stuckrad-Barre insgeheim oder jetzt halt öffentlich ein bisschen dafür verlache, wie offensichtlich promigeil er sich präsentiert. Ich traue mich gar nicht „Alle sind so ernst geworden“ zu lesen, weil ich „Angst“ habe, dass er das nur mit Suter gemacht hat, weil Suter ein Star am Literatenhimmel ist. Also „Angst“ habe ich hier in Anführungszeichen gesetzt, weil ich natürlich jetzt keine richtige Angst davor habe. Andererseits … Panikherz, Soloalbum und noch was zwischendrin. Das ist schon einen goldenen Scheißhaufen wert. Aber wohin sollte ich den schicken? Man müsste sich mal ein paar Artikel über ihn durchlesen oder Podcasts hören. Da erzählt er ja in welchem Hotel er lebt. Weil, er geht ja nicht gerne in seine Wohnung, wie ich ihne erzählen hört. Wie kann er sich denn bloß diese ganze Hotelleberei leisten? Er muss unermesslich reich sein. Und dann bin ich ja auch beleidigt, wenn er den goldenen Scheißhaufen dann ignoriert und ihn nicht auf Instagram postet. Und ich müsste dann seinen Instagram-Account abonnieren und mir täglich seine Stories anschauen, um zu prüfen, ob er den Scheißhaufen da irgendwo gepostet hat. Wäre mir das nicht zuviel? Wieviel Würde hätte das noch? Oder wäre das lustig und ironisch und noch irgendwie mit mir zu vereinbaren? Jedenfalls, als ich eben der lieben Frau sagte, dass ich den ersten Scheißhaufen mit ihrem Namen versehe, da hat sie ganz sauertöpfisch dreingeschaut. Ich befürchte ja, dass ein Scheißhaufen, auch wenn er noch so golden daherkommt, keine fröhliche oder irgendwie geartete positive Konnotation in sich trägt. Das kann man drehen wie man will. Ich muss mir was anderes einfallen lassen. 

Oder ich döse jetzt erstmal bis in die Puppen. Ich bin noch unentschieden. 

1 Status: Wir befinden uns immer noch im Bewusstsein und innerhalb der notwendigen Maßnahmen und Regelwerke deren Auslöser die COVID-19-Pandemie ist. Es ist noch nicht ausgestanden. Wir sind noch nicht SARS-CoV-2-Impfstoff geimpft, sind jedoch in freudiger und geduldiger Erwartung.

366 – Tag 290

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Jetzt auch wieder … das Gefühl, dass alles schonmal aufgeschrieben wurde und gedacht und gefühlt. Das Jahr 2020 ist fast vorbei und statt auf einer rau(s)chenden Silvesterparty zu stehen (kicher), sitzen wir hier in unserem obligatorischen Bett. Es ist 22:40 Uhr. Und das Jahr ist gleich rum. Eben habe ich schon einen halben Meter Text über das Jahr geschrieben, habe dann aber gemerkt, dass ich das alles schonmal geschrieben habe. Es ist ja auch alles gesagt. Ich sehe dem Neuen optimistisch entgegen. Das ist das, was man machen muss. Ich sehe da gar keine Alternative. Das hat nichts mit Naivität zu tun, aber ich bin es auch leid, es zu erklären. Man kann ja bei Sascha Lobo im Spiegel nachlesen, warum alles scheiße wird und sich daran dann auch halten. Was weiß denn ich. Ich bin nicht global. Dazu ist mein Gehirn zu klein und meine Arme sind zu kurz.

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Die gehobelten Synapsen – Tag 288

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Wie ich also dann jetzt auf Scrivener die Sachen vorschreibe, die ich hier poste. Weil. Es ist ja so, dass mir, wenn mir mal was einfällt, das mit der WordPress-App lästig ist und da verliert sich die Spur und die Idee schnell. Und eben, als ich beim Kacken hörte, wie Stuckrad-Barre bei der Hörbar Rust die App nannte, mit der Martin Suter arbeitet, da dachte ich mir, das musst Du haben. Das App. Und weil man dann immer denkt, da kommt jetzt was Kreatives raus, da klammert man sich an jeden Strohhalm. Mir ist es ja zu umständlich mich der Buchbranche zuzuwenden und weiß Gott, mich nimmt ja auch keiner mehr, drum blogge ich unverbittert und weil ich ja auch einem anderen Beruf nach gehe und außerdem … die Synapsen, Sie wissen schon. Aber weil einem ja beim Bloggen keiner in der Arsch tritt, muss man sich selbst extrem disziplinieren und so dachte ich ja, am Anfang der Pandemie, das könnte was werden mit jeden Tag schreiben, aber dann kam die Schweiz und ich hatte den Faden verloren.

Dabei müsste ich doch explodieren. Dabei müsste es doch so aus mir raussprudeln. Wo ich bei dem Wort Pandemie ja imer zuerst an italienisches Gebäck denke. Und. Man muss ja gar nicht rausgehen und sich die Leute in echt ansehen. Man liest es ja jeden Tag in den unzähligen Medien, was alles so los ist. Wenn ich mich in meinem Bekanntenkreis umschaue, ist ja eh alles gut. Keine Impfgegner, keine Covidleugner, keine Nazis. Und dann hatte ich heute auch noch diese Kindle-Flatrate mit der man Zeitschriften lesen kann, weil ich dachte, ich müsse mir mal Readly zulegen und Zeitschriften lesen und dann hat die Frau gesagt, ich hätte doch einen Amazon Prime-Account und aber die Kindle-App ist schlimm und von der Audible-App ganz zu schweigen. Also hab ich das wieder gelöscht und aber jetzt habe ich das Hörbuch von Flake, den Keyboarder von Rammstein „Heute hat die Welt Geburtstag“ und irgendwas von Benjamin von Stuckrad-Barre, da kann ich aber den Titel nicht lesen, weil, wie gesagt, die App schlimm ist. Und außerden höre ich da die Podcasts, die noch nicht gehört habe, wenn ich auf Spotify und Apple Podcasts alles fertiggehört habe. Mann, Mann, Mann, ist das interessant, was? Und daher muss ich auch bloggen und nicht für ein Buch Dinge aufschreiben, wofür man mir die Buchbranche die Penunzen nur so um die Ohren hauen würde. Ich kann ja auch nicht so toll schreiben, wie die Leute, die Buchveträge haben. Was man ja hier sieht. Also falls man es liest, denn wenn es niemand liest, findet dieses unterschwellige Gespräch ja auch nicht statt. Ach, es ist kompliziert. Jo, nun müsste ich mal raufinden, ob Scrivener die Texte zwischenspeichert.

Also nun, wenn das hier erscheint, also am Dienstag, sind wir mit dem Fahrzeug unterwegs, da ja die Putzfrau (die darauf besteht, dass wir sie Putzfrau nennen. Ey Putzfrau, wann kommst’n Du morgen? So in der Art halt) kommt und da aber die Putzfrau, sagen wir mal, sehr laute Dinge in den Raum der Pandemiehaftigkeit hinein ruft, müssen wir die Räumlichkeiten verlassen. Áus Pandemiegründen. Und theoretisch könnte man da zum Meckes fahren, was aber nicht geht, da ich da nicht mehr hin will. Wir könnten mal hupen. Oder Kaffee mitnehmen und am Werktag durch den Rheingau fahren. Wir haben ja Urlaub. Bei der Frau bin ich mir nie ganz sicher. Da ist immer was los. Irgendwas mit coolen Polit-Insider-Abkürzungen deren Auflösung ich dauernd neu erfragen muss, weil ich ja alles wieder vergesse.

Oder ich lese das Buch „Die fabelhafte Welt der Hochsensiblen und Hochbegabten“. Da muss man aber aufpassen was man zu dem Thema sagt, hinterher steht man in der taz. Naja, aber Corinna Kegel schreibt ja so schön daher und man kommt sich als Freak ein bisschen verstanden vor. Jedenfalls brennen grad alle Synapsen, wo ich aber doch schlafen müsste. Um 1:30 Uhr könnte man ja mal drüber nachdenken. Vorher muss ich dringend noch das Bild eines isolierten Parmesans erwerben. Fragen Sie nicht.

Mal was machen – Tag 287

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Gestern dachte ich, ich müsste mich mal auf die Waage stellen. O Gott o Gott o Gott, dachte ich anschließend. Heute Nacht konnte ich nicht schlafen, so ging ich in die Küche und kochte einen Griechischen Salat, einen Rettichsalat und einen Tomatensalat. Dann legte ich mich wieder ins Bett und starrte an die Wand. Die Frau, die liebe Frau, schlief. Ich starrte und starrte. Da war es 5:30 Uhr und ich schlief ein. Um 8:30 Uhr sangen die B-52s „She Brakes For Rainbows“ und ich stand wieder auf. Das ist also jetzt der Urlaub. Es zählt ja erst heute, da die Weihnachtstage vorbei sind. Dann ist Urlaub. Oh Urlaub. Gerne würde ich jetzt an der Côte d’Azur stehen, mit dem Wohnmobil namens Gundel Schaukeley, und natürlich der lieben Frau. Die liebe Frau arbeitet gerade. Mitten im Urlaub, weil, es ist doch Wahlkampf. Wahlkampf ist bei uns zuhause so was ähnliches wie Buchmesse. Das was die liebe Frau da arbeitet könnte man aber auch gut & gerne an der Côte d’Azur verrichten. Die liebe Frau ist da aber skeptisch. Ich muss sie dringend überzeugen, denn die Côte d’Azur ist die Zukunft. Gerne auch die Extremadura, Andalusien, Alentejo oder die Algarve.

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