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„Das Feuerwerk ist vorbei“

Superpunk läuft gerade und wir sind also umgezogen. Wir haben Ernst gemacht und sind ins Home Office gezogen. Ohne Not. Einfach so. Weil wir’s besser finden. Weil, das ist die Zukunft.

Man kann zum Beispiel ausrechnen wieviele Emissionen wir sparen und man kann sich anschauen wie pointierter und kreativer wir sind, seit wir uns für Projekte (Mutter, ich meine natürlich Aufträge!) im Zoom treffen oder wie wir uns morgens zum daily Zoom die Geschehnisse des Wochenendes berichten. Wie war die Otto Show? Was war das Highlight bei Bonanza? Wie cool ist Kwai Chang Caine? Hast Du endlich mit der Melanie geknutscht? Und dann arbeiten, bis die Sachen fertig sind. Jeder so viel und so lange, wie das nötig ist. Dabei haben wir die Devise ausgegeben, dass jeder für sich und an sich denken muss. Und dann an die Sache, an die dann aber mit Leidenschaft und Fleiß.

„Bitte verlass mich“

Das ist natürlich ein Lied von Carsten Friedrich seiner Kombo. Ich verlink unten mal eine Playlist der Superpunk-Compilation „A Young Person’s GUIDE to Superpunk“ und dann müsst Ihr weiter sehen. Und jetzt scheint die Sonne. Ich bin ja seit je her ein Fan des Herbstes. So ungefähr bis Mitte/Ende November. Dann freue ich mich sogar ein bisschen auf die Vorweihnachtszeit. Diese Idee von Weihnachtsmarktgerüchen und wie man bis kurz vorm Erbrechen Glühwein mit Rum gesoffen hat, beim Glühweinstand vorm Karstadt und dann ins Plantage. Ich möchte gar nicht sagen, dass das früher besser war. Ich finde ja „früher“ nicht besser. Es ist halt passiert und früher ist Schuld an den ganzen Geschichten. Gut, wer welche hat. Die meisten von mir total spritzig und flott erzählten Geschichten sind als Geschichten ja auch super, aber das zu erleben und zu erdulden und zu überleben, das war nicht einfach. Man hat sich nichts geschenkt. Wenn ich mir heute anschaue, wie sich das entwickelt hat, dann ist das immer noch unglaublich. Ich bin aber auch bereit, wenn es mal wieder nicht so gut geht und wir dann in die Gundel (siehe Abbildung) ziehen müssen, weil wir uns die Miete nicht mehr leisten können. Falls wir uns dann die Gundel leisten könnten. Ohjeh, ohjeh!

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Liebe und Sonnenuntergänge.

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Da kann man ja immer noch nicht meckern. Und arbeiten kann man ja von überall aus. Aber wenn mir das 1995 jemand erzählt hätte, dass ich hier mal mit der wundervollsten Frau (die auch gestreng sein kann) dies und jenseits des Urals verheiratet bin und mir nicht jeden Tag Sorgen machen muss, wie ich die nächste Miete bezahle, dann wäre mir der Kopf explodiert. Das wäre schlichtweg nicht vorstellbar gewesen. Wenn ich Tagebücher von damals lese, dann finde ich da nichts von irgendeiner Utopie oder eine Vision oder irgendwas mit Sonne und Du sitzt da und hast Hasenlampen und eine Frida Kahlo-Vase, neben Dir liegt ein Apfel und ich habe ein Blog, in das ich diesen ganzen Schmonz irgendwelchen wildfremden Leuten vortragen kann. Oder … einen Podcast. Ich finde das ja immer noch alles unglaublich, was man alles machen kann. In meinem sogenannten Umfeld sagen die einen „Machste jetzt auch einen Podcast?!“, die anderen fragen „Muss jetzt eigentlich jeder einen Podcast haben?“ oder „Wie hört man sich denn sowas an?“ oder auch „Nee, ich hab gar keine Apps auf meinem iPhone 4S.“ oder im besten Falle „Ich hör mir den auf jeden Fall noch an.“. Hahahahahaha! Mit solchen Wichskrüppeln muss ich mich rumschlagen. Aber ich liebe diese Wichskrüppel. Jede(n) einzelne(n) und wenn ich mich manchmal auch ein bisschen anstrengen muss. Die Leute sind ja heutzutage alle so unglaublich individuell. Jeder hat was. Ich glaube, wir wären vor 30 Jahren alle in geschlossene Anstalten eingeliefert worden, mit unseren ganzen Befindlichkeiten. So viel ist sicher. Aber heute merkt man das ja nicht mehr, das geht unter im Meer an individuellen Spinnern (und Wichskrüppeln). Ich wette, das Wort Wichskrüppel ist auch irgendwie nicht okay. Und nicht nur, weil ich nicht Wichskrüppel*innen geschrieben habe. Das ist jedenfalls mein heutiger Beitrag.

Außerdem bin stolz, dass ich unter wundervoller Mithilfe unserer Freundin Selma drei Bilder erhängt habe. Sie hängen tatsächlich alle drei in exakt dem gleichen Abstand zueinander und so gerade, wie es dieses schiefe Häuschen und die Wasserwaage zulassen. Also die Wasserwaage sagte bisweilen okay, aber die Linien auf die man sich bezieht, sprechen eine andere Sprache. Also haben Selma und ich uns darauf geeinigt, dass es gerade ist und dass es tip top, um nicht zu sagen top Banana ist. Selma und ich sind ein spitzenmäßiges Trio. Ich, ein Handwerkswichskrüppel vor dem Herrn, aber dafür ein Theoretiker wie er im Buche steht und Selma meine willfährige Gehilfin, die an meine Theorien glaubt. So wurde es dann gut. Und wenn die Lieblingsfrau nach Hause kommt, werden ihr Tränen der Ergriffenheit über die Wangen rinnen, ob unseres Machwerkes.

Auf einem der drei Bilder befindet sich, im Rahmen einer ausgefuchsten Gesamtgestaltung das heutige Headerbild dieses Blogbeitrages. Damit Sie im Bilde sind. Und jetzt hören Sie sich bitte Superpunk an und urteilen Sie nicht wieder vorschnell. Trinken Sie eventuell eine Kiste Bier dazu und vergessen Sie das Rülpsen nicht. Müssen Sie aber nicht. Seien Sie vielleicht einfach Sie selbst.



Gute Nacht.

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