tennis mit edvard munch – tag 175

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Sie reden immer noch über Corona so, als ginge das gleich wieder weg. Und ich meine die, nicht Sie. Ob Sie auch so reden oder denken, kann ich nicht beurteilen. Vielleicht bleibt am Ende nur noch die Kunst, die dann keiner mehr bezahlen kann, die aber auch nicht bezahlt werden muss. Sie soll einfach sein. Einfach sein. Man muss da nur noch reinkriechen dürfen, in die Kunst und dann in Embryostellung verharren. Haben Sie eigentlich das Gefühl, dass ich sonderlich werde? Dass ich überhaupt noch mit Ihnen spreche, das muss man sich mal vorstellen, obgleich obwohl Sie doch nie antworten.

Aber mal was ganz anderes: Ich schaue gerade, zufällig, ein Tennis-Match im Rahmen der US-Open dort stehen sich die mir unbekannte Tennisspielerin Sakkari und Serena Williams gegenüber. Als ich zuletzt ein Tennisspiel beobachtet habe, da haben sich die Leute aufgeregt, weil Monica Seles Geräusche beim Tennis von sich gegeben hatte. Aber die beiden, die ich hier höre, schreien ja den kompletten Tennisplatz und die umliegenden Plätze miteingeschlossen zusammen. Das ist ja unglaublich. Ist das immer so? Machen das die Männer auch? Machen das alle so? Auch im Doppel? Es sind ja keine Zuschauer zugegen und so hallt das Echo des Geschreis der beiden Frauen einmal mehr von den Rängen. Wenn ein Fußballer den Ball irgendwohin tritt, könnte er doch auch schreien, das wäre doch gerade jetzt, wo es so ruhig im Stadion ist, ein Zugewinn. Oder wenn ein Stabhochspringer irgendwo bei 6 Metern über die Latte (hihihi) fliegt, wenn er da auch noch schreien täte, da wäre doch was los. Die Leute sollten vielleicht viel mehr schreien. Auch beim Brötchenbacken oder beim Lösen von Mathematikaufgaben. Auch könnte ich mir gut vorstellen … äh … ach nein, vergessen Sie das. Das ist ja ekelhaft. Auf jeden Fall ist das doch nicht mehr der Tennisspiel, wie ich es kenne. Und das Kleid von Serena Williams, das ist doch so nicht richtig. „Große Klasse!“ sagt der Mann im Fernsehen und: “ Das Imperium schlägt zurück!“. Das sagt er, weil Serena Williams, die sich im „anaeroben Bereich“ befindet unter lautem Gebrüll einen Punkt erzielt hat. Also genaugenommen 15 Punkte. Aber das kann man sich nicht mitansehen. Die arme Frau. Ich habe gerade gelesen, dass sie bisher 92.543.816 US-Dollar an Preisgeldern erspielt hat und da sind die Werbedotierungen noch nicht mitgerechnet. Da würde ich doch nicht mehr anaerob auf dem Tennisplatz herumschreien. Da könnte man doch mit einem Segelboot um die Welt segeln oder einfach nur dösen. Oder sich an eine Fettabsaugemaschine schließen und den ganzen Tag Kuchen essen.

Gute Nacht.

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