Reibi Dagow retten den Kapitalmarkt – Tag 096

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Manschmal fragen mich Menchen, ob ich mir vorher ein Konzept mache, wenn ich einen Blogeintrag schreibe. Also, ob ich vorher wüsste, über was ich schreibe.

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Nein, leider nicht. Ich habe noch nie ein Konzept gehabt, für irgendwas, was ich im Privatbereich mache. Nur im Beruf mache ich nach Bedarf und für Penunzen Konzepte und da finde ich das auch angebracht. Zum Beispiel am 7. August 2003, einen Tag bevor ich die liebe Frau, die auch sonst eigentlich ganz nett ist und nur seltenst gestreng, was ich dann aber auch meistens gut finde, denn ich mache ja auch viel Kappes, so ganz ohne Konzepte … also bevor ich die also kennenlernte, war ich felsenfest überzeugt, niemals jemanden zu heiraten. Nicht mal aus Fungründen oder besoffen vor einem Elvis Presley-Darsteller in Las Vegas. Am 8. August habe ich das noch immer nicht gedacht, dass ich das tun täte. Aber bald, sagen wir am 15. August, war das schon ganz anders. Da sagte ich zur Frau so ungefähr folgendes: „Hier, äh … Kirsten … also ich will ja nichts überstürzen und deshalb überstürze ich auch nichts, aber hier ist erstmal der Schlüssel für meine Wohnung, mach was Du willst damit, zieh hier ein, komm zu Besuch, stell die Möbel um, sprühe Agitprop-Parolen an die Wand oder lass uns Sprühsahne kaufen oder so, naja, wir können ja auch heiraten, aber das hört sich ja auch für mich erstmal seltsam an, da ich ja noch gestern gesagt hätte, dass heiraten spießig und langweilig ist und dass das Heiraten nur zum Zwecke der Unterdrückung der Frau vom Schweinebratensystem erfunden wurde und das lehne ich in großen Teilen ab, ich meine, ich lehne es ja nicht komplett ab, da ich ja in der Werbung tätig bin und meine Penunzen mit Werbung und Grafikdesign verdiene, daher wäre es ja töricht und nicht so richtig sinnvoll, wenn ich das komplette kapitalistische System ablehnen würde, zum Beispiel dieser völlig überteuerte iPod touch wheel aus dem Jahre 2002, den kann ich mir eigentlich gar nicht leisten, aber ich bin irgendwie auch ein Apple Fanboy, wobei ich ja kein richtiger Boy mehr bin, immerhin bin ich ja bis dato schon 36 Jahre auf der Welt, aber dennoch fühle ich mich irgendwie jung, was man ja auch an meinen Carmouflage-Hosen sehen kann, die ich mir selbst genäht habe, da ich ja nähen kann, jedenfalls so einigermaßen, man darf nicht hinter die Kulissen kukken, aber im Prinzip reichts für Hosen und da kaufe ich mir einen Stoff, wie ich gerade Lust habe und binnen 60 Minuten habe ich daraus eine Hose genäht, wichtig ist nur, dass diese Hosen zu Chucks oder Vans passen, denn ich weigere mich, auch im Winter bei Schnee und Eiseskälte, andere Schuhe als Chucks und Vans zu tragen, das bin ich meiner Eigenschaft als Berufsjugendlicher schuldig, wenn Du verstehst, was ich meine, naja was ich damit sagen will, ich kann also nähen und kochen und bin ein Fan davon Gegenstände im rechten Winkel zueinander aufzustellen, ich bin ein Computerfreak, habe voll die Ahnung von Musik und als Grafikdesigner stehe ich kurz vor dem Durchbruch und ich denke, ich könnte eine Familie ernähren und eventuell konnte ich Dich ja jetzt überzeugen, aber was wollte ich eigentlich, ach ja der Schlüssel, aber sag doch mal, was denkst Du denn?“ Die liebe Frau sagte nach reiflicher Überlegung: „Äh …“.

Äh!

Und so kam es dann auch. Und so ist es bis heute geblieben. Ich bin manchmal überrascht, was da oben so steht und wenn ich der Meinung wäre, man müsste sich das nochmal gründlich überlegen und ob das wohl Konsequenzen hat, dann würde ich ja vieles wieder löschen. Von Frank Zappa sagt man ja gerne Sätze wie „Er gefällt sich auch in der Rolle des Bürgerschrecks.“. Ich bin mir ja gar nicht sicher, ob man als komischer Kauz unbedingt Bürger (er)schrecken möchte. Man will vielmehr einfach sein. Ich will jedenfalls niemanden erschrecken, noch nicht mal verblüffen oder irritieren. Und am Ende dieser Überlegung, frage ich mich natürlich, warum schreibe ich dies hier eigentlich auf und wofür soll es dann gut sein? Ja, das kann ich sagen. Ich will unterhalten. Ich will, dass Menschen eine Anreihung von Buchstaben und Satzzeichen vernehmen und dann irgendwie gute Feelings mit nach Hause nehmen und Ihre Frau oder seinen Mann oder wie auch immer geartete Lebewesen jedweder Ausrichtung und auch den Hund in den Arm nehmen und oder auch, falls das beiderseitig gewünscht ist, ordentlich durchorgeln und dann auf die Frage des Warum sagen: „Ei, das war dieser Typ aus, ich glaube Wiesbaden oder so, das musst Du unbedingt mal lesen, der Typ müsste echt mal ein Buch schreiben oder so, das würde ich jedem schenken, so wie man weiland „Haben oder Sein“ von Erich Fromm oder „Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot“ von Sibylle Berg oder „Sämtliche Werke“ von Arthur Rimbaud verschenkt hat. Aber der hat’s wohl nicht nötig und schickt ja noch nicht mal ein scheiß Treatment an irgendeinen Verlag.“ „Vielleicht weiß er gar nicht, was er schreiben soll.“ „Meinst Du? Aber er schreibt doch dauernd irgendwas und das ist soooo toll!“ „Aber vielleicht hat er sein Pulver schon verschossen.“ „NAAAAAAAIIIIIIIN!!!! Das stimmt nicht. Er hat niemals sein Pulver verschossen. Er ist so genial. Ihm fällt einfach immer was ein. Hach, er ist so toll. Am liebsten würde ich ihn heiraten!“ „Ist ja gut, Horst, jetzt lass uns schlafen.“ „Ja, Du hast recht. Gute Nacht, Gregor.“

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