Mit Honki Pilk in Warteschleifenhausen – Tag 090

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Rülpsen macht ganz schön Spaß, finde ich. Ich weiß wohl, dass man nicht bei einem Bewerbungsgespräch rülpst, es sei denn, man bewirbt sich als Pottsau oder einem ähnlich gearteten Beruf. Aber mal was ganz bisschen anderes: Heute habe ich, Honki Pilk, versucht Billie Eilish zu verstehen. Also nicht inhaltlich, das kann man ja ganz gut verstehen, denn mit ihrem ätherischen Krakeele macht sie sich ja ganz gut verständlich. Sie haben sicher gleich gemerkt, dass sich „ätherisch“ und „krakeelen“ ausschließt.

Nun aber die Musik. Also zuerst denke ich ja, ich bin vielleicht zu alt und kann nur noch die Rolling Stones und Uriah Heep ertragen oder wenn es ganz verrückt ist David Bowie. Aber dann denke ich, nee, ich bin doch der Peter Pan der Neuzeit. Jetzt nicht figürlich oder visuell, sondern so vom Einfaltspinseltum her. Jemand, der noch an Visionen glaubt. Also ein Trottel. Naja. Deshalb könnte ich ja gut auch Billie Eilish hören, also von der inneren Junggebliebenheit her. Aber dann weiß ich auch nicht. Zum Beispiel in dem Lied „My Boi“ singt sie „My boy’s being sus‘ and he don’t know how to cuss“. Was ist denn nun „sus'“? Sowas meine ich. Da bin ich entweder zu alt oder zu doof oder … (HEULKRAMPF) … beides zusammen. Naja und dann bin ich zu folgendem Schluss gekommen: Ich bin ein alter, weißer Mann (ja, ich weiß) und ich sollte mich da raushalten, was ich ja auch tue, denn ich möchte hier keine Urteile oder Naseweisheiten von mir geben, was ich auch nicht mache. Ich habe nur gedacht, ich kann doch nicht ewig Curtis Mayfield, Yello, The Cure, Mercedes Sosa, John Barry, Jan Delay, Dota Kehr, Chris Joss, Marteria, Eagles, Santana, Booker T. & the MGs, Rolling Stones, Tom Waits, Captain Beefheart und Roxy Music hören. Ich muss mich doch auch mal weiterentwickeln. Aber ich finde mich, als ihr theoretischer Großvater, zum Beispiel hier nicht mehr wieder:

Don’t be that way
Fall apart twice a day
I just wish you could feel what you say
Show, never tell
But I know you too well
Got a mood that you wish you could sell

If teardrops could be bottled
There’d be swimming pools filled by models
Told „a tight dress is what makes you a whore“
If „I love you“ was a promise
Would you break it, if you’re honest?
Tell the mirror what you know she’s heard before
I don’t wanna be you, anymore

usw.

Also schlage ich nun das Kapitel Billie Eilish zu. Ja? Ist das okay? Ich meine, Sie oder bzw. Ihre Kinder können ja machen, was Sie wollen, aber ich muss mich jetzt um meine liebe Frau kümmern, denn die sitzt da drüben und ich müsste zu ihr rüberrutschen, aber ich muss natürlich erst diesen Text hier fertig schreiben, dann rutsche ich rüber. Und es geht in diesem Text noch darum, dass ich in meinem Leben sehr oft gewartet habe. Zum Beispiel lag ich 2011 mal im Krankenhaus und habe ca. 5 Wochen jeden Tag gewartet, dass zwei junge Ärzte mein linkes Bein anschauen und mir dann sagen, ob sie es absägen oder nicht. Da habe ich mir gesagt, dieses Warten kann mich mal am Arsch lecken. Das mache ich nicht mehr mit. Ich starre doch nicht stundenlang auf eine Zimmertür, nur weil ich die Ankunft zweier kommunikationsgestörter Ärzte herbeisehne, die mir eine 50/50-Entscheidung auf Basis von … äh … von … ja, das weiß ich ja eigentlich gar nicht. Im Nachhinein hatte ich den Eindruck, dass sie sich viel und reichhaltig von Gefühlen und Annahmen leiten lassen und dass Wissen nicht die lenkende Kraft der Entscheidung ist. Da habe ich mir gesagt, ich wandle das Warten nun in Dösen um. Ich versuche, nicht mehr zu Warten. Die Leute sind ohnehin unzuverlässig und undankbar bis ins Mark. Ich döse einfach oder ich mache was anderes. Ich könnte zum Beispiel Musik hören, wenn ich Musik nicht nur so satt hätte. Ich kann eigentlich nur noch Gayageum hören. Dann höre ich halt das. Oder ich döse. Und nach einer Zeit, wenn die verabredete Aktion nicht eintritt, gehe ich hinfort und döse weiter. Warum ich so ungnädig wirke? Das kann ich Ihnen sagen: Wenn ich mich mit Leuten treffe, beispielsweise, wenn ich sie abhole (also ich bin so freundlich und hole Leute mit meinem Auto ab, damit der oder die nicht mit dem Bus fahren muss oder 3 Kilometer laufen muss (wobei Laufen ja gesund ist, aber halten Sie einfach Ihr Fuckmaul. Sie wissen genau, was ich meine!)), dann wäre es super, wenn die Leute sich an Vereinbarungen halten. Und weil die Leute ja gerne mal an vielbefahrenen Straßen, befahren von Leuten, die jemanden abholen wollen, wohnen und man ja auch nirgendwo halten oder gar parken kann, da ist es natürlich ganz super, wenn die Leute schon da stehen, wenn ich komme, denn sonst muss ich doof um den Block fahren. Also nutze ich die moderne Technologie und teile meinen Standort, zum Beispiel mittels Whatsapp. Dann können alle (NSA, Mark Zuckerberg, die Leute, etc.) sehen, wo ich bin und entsprechend zu Hause von Ihrer Billie Eilish-Schallplattensammlung Abschied nehmen und aufbrechen, um rechtzeitig am vereinbarten Treffpunkt zu sein. Wenn was dazwischen kommt und manchen Leuten kommt ja IMMER IMMER IMMER IMMER was dazwischen, dann können die Leute kurz mitteilen, dass „man es nicht schafft“, dann kann ich mich irgendwo hinstellen und dösen oder es nochmal mit Billie Eilish versuchen. Aber ich glaube, Sie wissen schon, worauf ich hinaus will. Ich werde aber nun nicht mehr warten. Höchstens noch auf meine liebe Frau und auf Kunden. Meine liebe Frau und Kunden dürfen sich so einiges erlauben, denn ohne sie wäre ich ein Popel im Ungemach des Weltenbrimboriums. Also genau das, über das Billie Eilish in ihren Liedern singt. Nämlich über Popel im Ungemach des Weltenbrimboriums. Und jedenfalls dafür mag ich Billie Eilish abseits ihrer Musik ja auch.

Und weil sie, wie ich, eine Stil-Ikone ist.

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