Kernel panic – Tag 018

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Allgemein

Wissen Sie was eine Kernel Panic ist? Ich habe manchmal den Wunsch ganz weit weg zu laufen. Aber ich kann nicht und eigentlich will ich ja auch nicht. Und jetzt erzähle ich Ihnen mal von ein paar meiner 1st-world-problems. Es sind gar nicht viele.

ABER

  • Photoshop CC 2020 stürzt alle 3 Minuten ab
  • InDesign CC 2020 stürzt dauernd ab
  • InDesign CC 2020 stürzt aber besonders dann ab, wenn man auf „Textrahmen anpassen“ klickt. Ich kotze.
  • Shortcuts alle gelöscht
  • USB-C-Kabel abgeknickt
  • Die Wii ist kaputt
  • Und das Hobby-Wald-und-Wiesen-Macbook hat Kernel panic

Ich tippe ja gerade an diesem Macbook. Wird schon klappen. Aber es ist ja so, dass meine Endgeräte Teil meines Lebens sind. Nicht, weil ich unbedingt von morgens bis abends Tik Tok „machen“ muss, sondern weil ich damit arbeite und mich komplett organisiere. Zum Beispiel das Licht an und aus schalten. UND WENN DAS NICHT GEHT, WAS SOLL DENN DANN NUR WERDEN?!?!?!?!?! Ich habe sämtliche Verbindungen zu Menschen abgebrochen, die mich im Jahre 2015 immer noch gefragt haben, warum ich ein Telefon mit Internetzugang brauche.

Ich. kann. es. nicht. mehr. hören.

Jeder kann es machen wie er will, aber ich will mit denen, die immer noch hoffen, die Achtzigerjahre kommen wieder zurück … Leute … diese Zeit ist vorbei. Gestern ist vorbei. Eben ist vorbei. Jetzt ist das hier und das ist ok. Meine Meinung. Naja. Früher ist man erfroren oder man hat sich im Wald verlaufen und ist daran verstorben, heute ist Kernel panic. Was ist besser?

Ja, und Corona ist ja auch noch. Und was noch so? Wir verspüren immer noch keinen Lagerkoller. Wir befinden uns ja auch nicht in einem Lager. So weit kommt’s noch. Die Firma Office-Discount möchte mir Partout kein Klopapier schicken, während fast alle meine Kollegen ihre Bestellung geliefert bekamen. Ich hasse die Firma Office-Discount so, wie ich sie zuvor geliebt habe. Aber, hier, scheiß drauf. Mir fällt jetzt immer noch nicht ein, was mir jetzt persönlich an diesem zuhause sein nicht gefallen könnte. Manchmal fänd ich es gut, mit den Kollegen da zu sitzen und irgendwas zu besprechen. Dass man sich mal sieht. Aber man sieht sich ja auch so. In the Internet. Und nix gegen die Kollegen, ich liebe sie sehr, aber den einzigen Menschen, den ich anfassen möchte, ist die Ehefrau. Und natürlich meine Endgeräte. Was soll denn die ganze Anfasserei auch? Das hat uns doch in den Abgrund geführt. Die Menschheit ist doch für die ganze Anfasserei gar nicht mehr präpariert. Und, bumms, haben wir Corona. Ich finde Zoom (Webex, Skype, Facetime, Google Hangout, etc.) wundervoll. Und wenn man nicht so viel arbeiten müsste (eigentlich seit dem Home Office so viel am Stück wie nie zuvor). Oder höchstens in den Neunzigern, als man noch bis in die Puppen in der Agentur saß, weil man das chic fand und man noch nichts von Zeitmanagement wusste. Man hatte ja nichts. So! Und spätestens jetzt, da wir diese Situation™ haben, da müssen wir dringend umdenken. Die Menschheit sollte sich nicht mehr anfassen. In Zukunft, wenn einem mal was runterfällt, dann muss man lernen es alleine aufzuheben. Im Bierzelt (für mich die Hölle pur) müssen die Leute auch „nach Corona“ (LOL) jeweils 1,50 Meter auseinander sitzen. Auch in der Achterbahn. Im Aufzug. im Wartezimmer beim Arzt. Beim Tandemfallschirmspringen. Im Puff. Im Bus. Et cetera. Es müssen viel größere Busse gebaut werden. Busse so große wie C-Beams. Andererseits müssen ja auch in Zukunft viel weniger Leute Bus fahren, wenn man das so macht, wie ich es will. Flugzeuge werden ganz abgeschafft. Wer nach Amerika will, fährt mit dem Schiff oder macht Zoom, WebEx, Skype, Facetime, Google Hangout. Manchmal fuhren wir 500 und 1.000 Kilometer durch die Lande, um an einem 2-stündigen Meeting teilzunehmen. Das MUSS aufhören. Wir müssen lernen, dass Kennenlernen nicht bedeutet, seine Kohlenstoffstruktur im Rahmen von abgrundtiefen Emissionsausstößen durch den Raum und die Zeit zu bewegen. Freunde sind gefälligst nur noch im Umkreis von 3 Kilometern zu akquirieren. Wer ein Tier essen will, geht zum Jäger. Wer Drogen essen will, wird künftig auf Birkenrinde, Tollkirschen, Stechäpfel und Fliegenpilze zurückgreifen müssen. Tja.

Ach was weiß ich denn.

Das ist doch auch keine Lösung.

Machen Sie doch was Sie wollen.

Sie machen doch eh, was Sie wollen.

Ich hasse Sie!

Außer Sie hören endlich auf mich.

03.04.2020 / 23:13 Uhr

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