Hatte er doch gerade erst das altbackene Brot mühsam zerkaut und mit dem Eistee runtergespült, den er bei Amazon gekauft hatte – Tag 102

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Jetzt sind die also bei Instagram und die Kids sind längst woanders. Wenn man nun das Gefühl hat, nicht mitzukommen, kein Problem. Versteh ich, yalla. Aber man muss doch gar nicht mitkommen. Das stimmt nicht. Wer nicht mitkommt, bleibt einfach stehen und ist dann einfach da, wo er oder sie grad ist und da ist es womöglich auch gut. Gut ist oft besser als noch besser. Man macht sich was vor. Als ich zum ersten Mal in unserer Gartenlaube saß, da dachte ich, schade, man kann gar nicht das Meer sehen, noch nicht mal den Rhein. Aber dann sah ich den Apfelbaum genau vor dem großen Fenster, das im Prinzip so groß ist wie die ganze Wand, die Richtung West-Süd-West gewandt ist und dann hörte ich die Grillen und die Vögel und das Geraschel und ich merkte, wie es dort riecht. Nach Heu, nach Wald, nach Wiese und Holz. Und wenn man das alles erstmal aufnimmt, dann ist das viel mehr, als man ertragen kann. Das ist gut. Ich muss nicht unbedingt immer weiter gehen und immer besser werden. Oft bin ich froh, wenn der Raum um mich klein ist und wenn ich nichts mehr mitkriege von allem, von den vielen Geräuschen, Möglichkeiten, Gerüchen und Bildern, diesen unendlich vielen Bildern, die mich oft verrückt machen. Und diese weitschweifenden Gedanken. Die Leute sagen öfter mal, ich soll mir nicht so viele Gedanken machen. Ich glaube kaum, dass die Leute auch nur in etwa wissen, was sie mir da sagen. Ich weiß gar nicht, was das bedeutet. Was denken diese Leute, was ich dann mache, wenn sie mir das vorschlagen, mir nicht so viele Gedanken zu machen. Was genau soll diesen Prozess initiieren? Soll ich mir mit einem Hammer auf den Kopf hauen oder den Kopf gegen die Wand oder Schnaps trinken? Die Leute sind komisch, selten habe ich den Eindruck, dass die Leute wissen was sie machen und warum. Die Leute haben komische Dinge gelernt und denken, so müsste das Leben gehen. Manchmal finde ich die Leute putzig.

Gehirn eventuell von Leuten.

Wenn wir mit dem Wohnmobil wegfahren, dann wollen wir auch gar keine Leute treffen. Obwohl ich die Geschichten von Leuten, die Leute treffen und wie die dann sind, interessant finde. Aber mir würden diese Dinge ja nicht passieren, weil ich sehr schnell Leute komisch finde. Also nicht das komische Komisch aus der Komödie, sondern das Komisch aus Shining oder Antropophagus II. Eventuell würden wir den Bürgermeister eines kleinen Dorfes in Sachsen-Anhalt besuchen. Er ist nämlich Fan unseres Podcasts iund hat uns eingeladen. Im Prinzip finde ich das interessant. Aber wenn ich im Vorfeld darüber nachdenke, wie das wird, wenn man da sitzt in der Küche oder dem Garten desjenigen und was ich da alles machen müsste, dann denke ich mir, wenn ich einfach auf dem Stühlchen sitzen würde und die liebe Frau neben mir und wir würden in den Sonnenuntergang schauen, dann wäre mir das eventuell lieber. Natürlich würde die liebe Frau in Ihr Device starren. Aber sie säße da auch und das ist gut.

Und zum Schluss noch ein Filmtipp an diesem 102. Tag im Home Office. Schauen Sie sich unbedingt (ich warne Sie, wehe wenn nicht) „Eurovision Song Contest: The Story of Fire Saga“ an. Da spielt Will Ferrell Lars Erickssong und Pierce Brosnan Erick Erickssong, dessen Vater. Es geht, wie der Titel vielleicht vermuten lässt um den Eurovision Songcontest. Ich weiß nicht, warum, aber ich habe mitten in diesem Film Heuschnupfen bekommen. Obwohl ich sonst nie an Heuschnupfen leide.

Gute Nacht.

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