Die lustige Verelendung des Gim Kirschkuch – Tag 104

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Allgemein

Man muss ja, wenn mal mit einem anderen Device, zum Beispiel dem iPad, zum Beispiel einen Blogeintrag schreibt, bei dem man, zum Beispiel den Blog-Header erstellen möchte, umdenken. Nein, nicht dumm denken. Umdenken. Das nie leicht. Zum Beispiel sitze ich hier gerade im sagenumwobenen Pfauenhäuschen. Dort habe ich einen, einem Schwan abgehackten, Schwanenhals an der Decke befestigt, in dessen Maul ein iPad hängt. Darauf findet gerade die Erschreibung dieses Blogposts statt. Ich tippe aber dabei auf einer Tastatur, die auf einem kleinen Tischchen vor mir liegt. Also sitze ich gerade kerzengerade da und blicke nach oben, statt wie fast immer in meinem Leben nach unten. Nach unten deshalb, weil fast alles kleiner ist als ich. Da nach oben blicken erzeugt fast Kopfschmerzen in meinem Kopf. Lustig, gell. Kopfschmerzen im Kopf. Das ist ja mal was ganz anderes.

Nochmal von vorne. Es war mir am 103. Tag nicht möglich, hier etwas hineinzuschreiben, weil mir nichts einfiel. Heute fällt mir auch nichts ein, aber ich schreibe dennoch etwas Wunderschönes. Ich weiß es. Ich habs im Eigenurin. Haben Sie schonmal festgestellt, dass das man das Wort Ziegenurin wie „Zigeunerin“ liest? Man könnte also jetzt in seinem Restaurant ein Ziegenurinschnitzel feil bieten und wäre fein raus. In Rheda-Wiedenbrück könnte man sowas bestimmt günstig aus Tierkadavern herstellen. Und Ziegenurin, naja, da könnte man ja auch Wandersklavenurin nehmen. Ich bin sicher, das merkt niemand. Sehen Sie, schon ist mir was Wunderschönes eingefallen.

Die Qualle der Wahl.

Wenn Sie mal in dieser Zeit nach Wiesbaden-Frauenstein fahren, dann kaufen Sie an einem der Stände an der Straße natürlich im Hof Rosenköppel beim Kirschenoberhaupt Katja Arnsteiner 10 Kilo Kirschen von der dicksten Sorte. Sie werden glauben, Sie seien in California oder in Japan oder im (hihihi) Piemont oder so. Und weiter mit der unbezahlten Werbung. Wenn Sie mal nach Großburgwedel fahren, dann suchen Sie die dortige Filiale der Backgeschwister auf und kaufen Sie dort Sylter Weißbrot oder Schweizer Bürli. Das backgleiche Brot können Sie aber auch hier kaufen beim echten Gaues, der aber irgendwie aus den Backgeschwistern herausging, deren Vorgänger er ja selbst geschaffen hat, ist dann aber sein eigener Nachfolger geworden und ist aber darüber, glaube ich, ein bisschen, naja, wie sagt man das denn jetzt, eigenartig geworden. Da heißt das Brot aber, glaube ich, Ciabatta und nicht Bürli. Oder es ist dasselbe. Das weiß man nicht genau. Und das, was Sylter Weißbrot heißt, ist eigentlich auch kein Weißbrot, aber das beste Brot, das ich je gegessen habe. Ich schwöre. Ich habe es selbst erlebt. Ich glaube aber, jetzt muss ich mir schnell mal eine Kanne Kamillentee kochen. Moment.

Tiere, die nicht mehr wegzudenken sind.

Also Kamillentee, den habe ich in Holland gekauft, bei Bocca Coffee. Jetzt werden Sie sagen, halt Moment mal, Kamillentee … IN HOLLAND!!! Und dann noch bei einem Kaffeehändler!!! Und dann werden Sie mit dem Zeigerfinge den Rand ihres rechten Auges nach unten ziehen und Nachtijall-ick-hör-dir-trappsen-eske Dinge sagen. Aber es stimmt. Und auch dafür bekomme ich kein Geld und auch sonst nix. Die Leute kennen mich noch nicht mal. Der blöde Gaues hat nur mal einen Instagram-Account von mir seltsam kommentiert, als ich sein Brot gelobt habe. Das war sehr befremdlich. Aber wenn er doch so gutes Brot backt, dann muss man mal ein Auge zudrücken. Wenn Gauland gutes Brot backen würde, würde ich allerdings gar nichts zudrücken. Dem kaufe ich nix ab, zum Beispiel jetzt mal. Ich kaufe ja ca. 87% der Gesellschaft nichts ab. Da bleiben aber immer noch 10.811.672,4 Menschen übrig, denen ich alles mögliche abkaufen würde. Auf jeden Fall ist das so: Ich nehme eine 1,8 Liter Inhalt fassende Kanne, dorthinein gebe ich das Teesieb mit dem Kamillentee und schütte 0,8 Liter heißes Wasser drüber. Dann 15 Minuten ziehen lassen und kaltes Wasser drauf. Und dann nehme ich so ein viereckiges Tupperding von Ikea namens Pruta. Weil es das aber nicht mehr mit orangenen Deckeln gibt, kaufe ich das bei eBay. Dahinein, in das große hohe Ding des Sortiments, schütte ich Eiswürfel bis zum Rand und dann den nicht mehr ganz so heißen Kamillentee. Und dann saufe ich das wie Rotweincola einfach weg – geil. Aber jetzt muss ich erstmal googeln, wie man der Touch Bar des Macbook sagt, dass es nicht dauernd Siri anmachen soll.

Fliehende Quallen aus Tallinn, die lallen.

Na gut, ich will nicht hinterm Berg halten, dass mir heute, am Tage des Dösens, nichts eingefallen ist. Außerdem quietscht gerade mein Tinnitus. Guter Kamillentee schmeckt übrigens wie ganz frisches Quellwasser aus einem ganz wundervollen Land. Ich stelle mir vor, dass das Wasser im Département Aveyron so schmeckt. Fahren Sie mal da hin. Und wenn Sie ein Wohnmobil haben, dann fahren Sie mal hier hin. Falls Sie gerade den Jakobsweg entlang wandern, dann kommen Sie womöglich durch Sénergues und dann sind es zu Fuß nur läppsche 6,1 Kilometer und Sie können sich ein typisch französisches afrikanisches Zelt mieten und sich bei der freundlichen Christine selbstgebackene, typisch französische Brownies kaufen oder eine selbstgewirkte Vase aus Frankreich. Es ist herrlich. Dort waren wir vor einem Jahr und was soll ich sagen: Jetzt ist Corona und nun schauen wir in die Röhre.

Gute Nacht.

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