Der Rosenkönig berichtet – Tag 093

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Allgemein

Des Rosenkönigs Schmerz ist schon wieder nach Da Dracho gesegelt. Mit einem Boot der Tinky-Klasse 12B. Das kann man gut segeln. Man braucht dazu kaum Wind und kommt sogar mit Minuswinden voran. Daher ist diese Bootsklasse auch heißbegehrt. Darüber und über meinen Hass auf Daisy Duck sprechen wir in der heutigen Ausgabe, bzw. der heutigen Eingabe (oder sollte ich Aufnahme sagen?) des Podcasts keine.vision, den Sie unbedingt endlich mal hören müssen. Wir verlosen auch T-Shirts und Tassen. Nämlich habe ich mir neulich in einem Nostalgie-Rausch diverse Carl Barks-Bücher gekauft. Carl Barks ist DER Donald Duck-Zeichner. Er hat Geschichten gezeichnet, die sind anders, als man sie aus dem Micky Maus-Heft oder den Lustigen Taschenbüchern kennt, gute Geschichten mit Witz und Grips ersonnen. Diese wurden dann von Dr. Erika Fuchs kongenial ins Deutsche übersetzt. Die Sprache dieser Frau hat meine Sprache geprägt. Für bildlich schwer Darstellbares verwendete Erika Fuchs durchgehend auf den Wortstamm verkürzte Verben (Inflektive), sowohl für Geräusche (Onomatopoesie, zum Beispiel raschel, knatter, stöhn, knarr, klimper) als auch für psychische, nicht geräuschhafte Vorgänge (grübel, schluck, bibber). Die Verwendung der Inflektivform zur visuellen Darstellung nichtvisueller Vorgänge wird ihr zu Ehren auch als Erikativ bezeichnet. (Wikipedia) Los, kaufen Sie sich Dinge von Carl Barks!

Naja. Auf jeden Fall habe ich dann alle Bücher der Reihe „Ich Donald Duck“, „Ich Micky Maus“ … Goofy, Dagobert, Tick Trick und Track, erschienen im Melzer Verlag, gekauft und suchte mir dann auf Booklooker noch alte Lustige Taschenbücher, wie z.B. die Nr. 41 „Donald mal ganz anders“ aus dem August 1976. Da taumelte ich gerade mit dem Erlebnis des tödlichen Unfalls meiner Schwester durchs Leben. Da war ich 9 Jahre alt und ich dachte, es wäre Zeit, sich mal zu verändern. Und da kam Donald Duck gerade recht, der ja auch irgendwie ein problematisches Leben führt und sich in dieser Ausgabe vom Angsthasen zu Phantomias verwandelte. Er war ein Vorbild. Ich hätte schwören können, dass das Lustige Taschenbuch „Donald mal ganz anders“ phantastisch ist und auch heute noch eine super Story. Anders als die alten Geschichten u.a. von Carl Barks oder seinem Erbfolger Don Rosa oder den Micky Maus-Storys, als Micky noch in roter Buchse rumlief und Goofy der erste Slacker der Geschichte war und die Protagonisten noch Charakter hatten; da waren Donald, Gustav, Tick, Trick und Track, Dagobert Duck und vor allen Dingen Daisy Duck total unangenehme Arschlöcher. Der einzige, der gut wegkommt in dem Buch ist Daniel Düsentrieb, aber der nahm freiwillig eine Vergessens-Pille, wahrscheinlich weil er schon wusste, was für Pappnasen seine Kumpelinen und Kumpels sind. Ich frage mich, was für ein Bild von Loyalität und Freundschaft und sich-aufeinander-verlassen-können der Charakter Daisy Duck repräsentieren will. Und die Trottel Donald und Gustav Gans lassen sich auf das Geplänkel ein und schleimen sich mit Männlichkeitsdemonstrationen und Hinterhältigkeiten ein. Und zwischen diesen Episoden: Kinderarbeit, Rücksichtslosigkeit und Menschenverachtung. Was habe ich mir eigentlich früher dabei gedacht, was das sein soll, wenn Donald Duck seine Neffen (Neffen, weil Walt Disney angeblich nicht wollte, dass der Gestalt der 3 ein Geschlechtsakt von Donald mit einer „Frau“ voraus geht) striezt, ausbeutet und mit Gewalt bedroht. Die 3 wurden ihm ja schließlich anvertraut und sind wohl die Söhne von Della Duck, der Schwester von Donald. Im Kurzfilm „Donald’s Nephews“ von 1938 heißt ihre Mutter Dumbella. Es ist also schwierig. Und so müssen Sie bei einem nichtsnützigen Faulpelz wohnen, der permanent blank ist. Ich weiß ja nicht. Im Grunde genommen ist das ja alles im Grundaufbau ok. Man muss ja nicht immer wohlhabend und im Rad des Kapitalismus eingespannt sein, aber die Geschichte muss gut erzählt werden. Das, so finde ich, ist in den meisten Geschichten der Lustigen Taschenbücher eben nicht. Ich könnt echt kotzen. So eine Scheiße. Das müsste man verbieten. Daisy Duck ist eine dumme Kuh. Schasse die voll, ey.

Ich hab jetzt keine Zeit mehr, mich aufzuregen. Ich muss den Podcast machen.

Gute Nacht.

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