Der erwachsene Mann rät – Tag 074

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1974, ich war bereits 7 Jahre alt, da schaute ich mein wissentlich und der Erinnerung nach 1. WM-Fußballspiel aller (meiner) Zeiten. In dem Spiel, BRD gegen Polen, war es so, dass der geschossene Ball von z.B. Menschen wie Jürgen Grabowski und Bernd Hölzenbein, durch die Luft flog und dann auf dem matschigen Rasen einfach liegen blieb. Der Ball war nass. Die Wiese, auf dem die Herren spielten war nass. Alles war nass. Kurzpassspiel war im Prinzip nicht möglich oder wenn nur im Rahmen von Slapstick. Das Spiel ging als „Die Wasserschlacht von Frankfurt“ in die Annalen ein. Die damalige Verschwörungstheorie lautete, dass die Frankfurter Platzwarte nur die Spielhälfte der Mannschaft der BRD vom Wasser befreiten. Binnen weniger Sekunden hätte jeder für sich entscheiden können, dass so etwas Unfug ist, denn wie ja jedermann/frau/dingsbumms weiß, gibt es einen sogenannten Seitenwechsel. Also, hätte man, unter internationaler Beobachtung von Reportern und etlicher Kameras, nur eine Seite vom Wasser befreit, dann wäre nicht nur ein Shitstorm über die Platzwarte niedergegangen, wie er im Buche steht, man hätte sich ja auch ins eigene Fleisch geschnitten. Zumal die Polen Seitenwahl hatten. Das konnte man ja im Fernsehen sehen, nämlich wie sich die Mannschaftskapitäne Frank Beckenbauer und Kazimierz Deyna, vor der Überreichung der Mannschaftswimpel, den Münzwurf des Schiedsrichters Erich Linemayr betrachten und dann eben diese Seitenwahl absolvieren. Da hätte man es doch merken müssen. Aber nein!

Franz Beckenbauer und Kazimierz Deyna bei der Platzwahl.

Es könnte so schön sein, wenn es doch nur üblich wäre das Gehirn in Verwendung zu nehmen, dass das oben in dem Vakuum rumklickert (wenn es Klickern im Vakuum gäbe), welches sich knapp unter der Haarfrisur befindet. Sehen Sie mal nach. Sie haben unter Garantie auch so ein Gehirn. Aber Sie, liebe Leser*innen sind ja fein raus, Sie beweisen ja Verstand, da Sie dies hier ja lesen (können).

Nun aber zu was ganz anderem. Da ich ja im Laufe meines Lebens vom Draußi zum Drinni konvertiert und sozusagen ein Profiwohner, Profizuhausebleiber und somit Mitsichselbstauskommer geworden bin, wobei ich schon immer ein Mitsichselbstauskommer war, fällt mir das hier alles (Coronasituation) nicht so schwer. Ich wohne gerne und die liebe Frau, die auch gestreng sein kann, ebenso. Wir wohnen gerne und aber wir wissen auch, dass es ein großer Vorteil ist, wenn man zu zweit wohnt. Früher wollte ich das nicht. Es wäre mir ein Graus gewesen, wenn man mir vor 6.146 Tagen gesagt hätte, ich müsse, eines Tages im Rahmen einer Pandemie-Maßnahme, mit einer Person monatelang zu Hause rumsitzen. Aber da kannte ich die liebe Frau, die auch gestreng sein kann, noch nicht. Ich kenne zu dem auch Langeweile nicht. Falls ich mal nichts zu tun habe, kann ich vortrefflich dösen. Dabei langweile ich mich nie. Während des Dösen denke ich manchmal darüber nach, dass ich unbedingt mal einen Roboter bauen müsste, der rüber zur lieben Frau, die auch gestreng sein kann, fährt und sie anstuppst. Ich hätte alles dafür da im Haus. Ich könnte sogar einen Roboter bauen, der eine Lego-Yellow Submarine mehr oder weniger selbstbestimmt durch den Raum (also den Wohnraum, nicht den Raum an sich) fährt. Und dann überlege ich, wozu das gut sein könnte. Vielleicht wäre das ja zu was gut. Vielleicht bewegt das ja was in den Köpfen der Menschen, wenn ich das Bild eines Lego-Roboters, der eine Lego Yellow Submarine trägt und durch den Raum (also den Wohnraum, nicht den Raum an sich) fährt, poste. In den sozialen Medien. die sozialen Medien sind toll. Was wäre ich ohne die sozialen Medien?! Na, aber ich will nicht unken. Ohne soziale Medien könnte ich die Stunde, die ich Nachts immer wach im Bett sitze, nicht so vortrefflich sinnvoll absolvieren. Ich schaue manchmal sogar beim Twitter nach, was die Leute da so schreiben. Ganz manchmal. Das halte ich ungefähr 7 Minuten und 35 Sekunden aus. Dann falle ich in einen unruhigen Schlaf.

Diese Nacht habe ich geträumt mein Geschäftspartner, Schlagerstar und Inhaber der Der Bernd Ringsdorf Fernuniversität und ich hätten die Zusammenarbeit beendet. Also nicht im Streit, nur so, weil uns langweilig war. Also, nein, nicht langweilig. Einfach so. Für den Thrill. Ich habe dann mit meinem ehemaligen Facebook-Sohn und noch einem Typen eine Firma in einer 5-Zimmer-Wohnung am Kaiser-Friedrich-Ring aufgemacht. Es hat andauernd geregnet und wir saßen 3 Tage an einem Tisch und ich habe mich gefragt, wie ich mit dieser Truppe nur jemals Geld verdienen und/oder Projekte professionell abwickeln soll. Ich finde das professionelle Arbeiten ziemlich gut. Das kann ich mit einem der drei Kreisel in meinem Gehirn prima absolvieren. Das sorgt für Ruhe, Zuversicht und man kommt sich richtig erwachsen vor. Das finde ich gut. Naja, auf jeden Fall dachte ich mir dann, ich müsste meinen ehemaligen Geschäftspartner, Schlagerstar und Inhaber der Der Bernd Ringsdorf Fernuniversität mal anrufen, einfach so, da klingelte das Telefon und er rief mich an. Wie romantisch ist DAS denn?!?

Naja, und Sie liebe ich ja auch noch.

1 Kommentare

  1. ENGELHARDT sagt

    HAASILEIN – KÖSTLICH – ERST JETZT LERNE ICH DICH SO RICHTIG KENNEN. SCHREIB SCHREIB TAG UND NACHT – UND WENN DU MAL KEINE LUST ZB ZUM PACKUNGSDESIGN VERSPÜRST, RUF MICH AN LASS MICH GESTALTEN. SCHREIB SCHREIB IMMERFORT. HERZLICH PENG

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